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Chronisten trauern um Rosemarie Bergholz

Foto von Rosemarie Bergholz
Rosemarie Bergholz

Rosemarie Bergholz aus Garrey ist mit 72 Jahren an Corona verstorben. Rosi war seit mehreren Jahrzehnten als Chronistin tätig. Sie war ab 1998 Autorin bzw. Co-Autorin von drei Chroniken: Garrey/Zixdorf/Wüstemark, Klein Marzehns und Rädigke. Gleichzeitig war sie die Dorfchronistin unserer Dörfer Garrey/Zixdorf/Wüstemark und hatte neben den vielen „harten Fakten“ auch immer einen Fundus von Anekdoten zu den einzelnen Dörfern und Themen parat, die sie mitunter noch mit ihrem trockenen Humor garnierte. Ihr Geschichtswissen über den Hohen Fläming war immer wieder beeindruckend.

An den regelmäßigen Treffen der Chronistenvereinigung Potsdam Mittelmark nahm sie gern und regelmäßig teil, zuletzt noch bei unserem ersten online-Mitgliedertreffen am 31. März 2021. Bei diesem Treffen hob Frau Kästner noch einmal Rosis tolle Arbeit an der Chronik für Rädigke hervor und dankte ihr dafür. Im privaten Nachgespräch sprach Rosi diesen Punkt nochmal an und machte deutlich, wie sehr sie sich über Frau Kästners Würdigung gefreut hat. Dies um so mehr, da sie seit einigen Jahren fast erblindet war und nicht mehr neue Arbeiten in Angriff nehmen konnte. Rosi Bergholz wird uns sehr fehlen.

Chronisten trauern um Adolf Leity

Foto von Adolf Leity
Bei der Rundtour der Chronisten am 19.05.2004 zu alten Schmiedegebäuden im Fläming, hier in Haseloff, informiert Adolf Leity die zahlreich interessierten Chronisten, Foto: Günter Kästner

Am 21.Februar 2021 verstarb das langjährige Mitglied der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark (CPM) Adolf LEITY.
Er gehörte zu den aufmerksam interessierten, aber in der Öffentlichkeit eher zurückhaltenden Mitgliedern unseres Vereins.

Intensiv und unaufgeregt beschäftigte er sich mit der Geschichte seines Heimatortes Dietersdorf, wo er über viele Jahre als Lehrer an der dortigen Schule tätig gewesen war. Als Rentner sammelte und ordnete er in mühsamer Kleinarbeit alles, was in Archiven, Bibliotheken und bei den Bewohnern seines Dorfes in Erfahrung zu bringen war.

Zusammengefasst und damit für die Nachwelt in schriftlicher Form erhalten hat er es in zwei umfangreichen Büchern, die er 2013 im Eigenverlag veröffentlichte:

  • „Chronik des Flämingortes Dietersdorf“
  • „Schulchronik des Flämingortes Dietersdorf“.

Des Weiteren beschäftigte er sich mit dem Schmiede-Handwerk im Fläming, und auch diese Nachforschungen und Gespräche fanden in einer Broschüre ihren Niederschlag. Künftigen Chronisten hat er mit seinen Arbeiten zur Ortsgeschichte ein solides Fundament hinterlassen.

Eine Übersicht aller Veröffentlichungen von Adolf Leity finden Sie im Katalog der SLB-Potsdam

Chronisten trauern um Dr. Marianne Hadan

Dr. Marianne Hadan

Das Mitglied unserer Chronistenvereinigung, Frau Dr. Marianne Hadan aus Rädel ist Ende Januar verstorben. Sie war eine beliebte Kollegin und hat sich mit großem Engagement für unsere Ziele eingesetzt. Die Arbeit für unseren Verein und darüber hinaus für ihren Wohnort Rädel bereicherten ihr Leben und führten zu zahlreichen heimatkundlichen Veröffentlichungen. Fröhlich und hilfsbereit wie sie war werden wir sie in guter Erinnerung behalten.

Der Vorstand

189. Treffen der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark in Golzow-Pernitz, Amt Brück – uralter Adelssitz derer von Rochow

Von Angela Schneider

Am 14. Oktober 2020 trafen sich die Chronisten Potsdam-Mittelmarks noch einmal an der Plane und wieder am Rande der Belziger Landschaftswiesen, diesmal allerdings in Golzow, dem alten Rittersitz derer von Rochow.

Diesmal hatte sich der „Wettergott“ leider zum Ziel gesetzt, das Niederschlagsdefizit des Sommers auszugleichen und so waren zunächst alle froh, in der alten denkmalgeschützten Gutsbrennerei Zuflucht zu finden. Chris Rappaport konnte einiges Fachwissen zur Sanierung der alten Gebäude des ehemaligen Gutshofes beisteuern, bevor Günter Franz, Mitgestalter der umfangreichen Ausstellung im Keller des Gebäudes, zum Ortsrundgang aufrief.

Das alte Amtshaus, das im 18. Jh sogar der Sitz des ehemaligem Landkreises Zauch-Belzig war, der Burgstandort, die Wassermühle, das  Schul- und Küsterhaus- alles uralte Zeugen, die teilweise bis in die Besiedelungsgeschichte der Gegend zurückreichten.

Aber Regen- und Wind luden nicht zum Verweilen ein, so dass nach kurzem Besuch der achteckigen Kirche die Vorträge im gemütlichen Wintergarten in Bürgers Eiscafé schließlich zur echten Alternative wurden.
Die Gründungs-und Entwicklungsgeschichte Golzows ließ sich im anschaulichen Vortrag von Franz wesentlich intensiver verfolgen.

Buchvorstellung – Försterdynastie Grußdorf

Auch die Vorstellung des neuen Buches von Gerd Palwitz über die Försterdynastie Grußdorf im Quellgebiet der Nieplitz rundete den gemütlichen Tag bei Kaminfeuer und prasselndem Regen sehr angenehm ab. Letzte Station des besonderen Tages war schließlich die alte Pernitzer Dorfkirche mit ihrer wechselhaften Geschichte.

188. Treffen der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark e.V. im Kolonisten- und Spinnerdorf Freienthal

Ortschronisten der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark e.V. stehen vor dem Freienthaler Bethaus

Von Angela Schneider

Am 16. September 2020 traf sich die Chronistenvereinigung des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Freienthal, einem Ortsteil der Gemeinde  Planebruch im Amt Brück, zum 188. mal.

Im geräumigen, idyllisch am Rande der Belziger Landschaftswiesen gelegenen Gemeindezentrum wurden sie vom Ortsvorsteher, vom Amtsdirektor und natürlich vom organisierenden Mitglied Andreas Koska herzlich willkommen geheißen. Stolz ist man auf den kleinen Ort, der 2004 seine 250 Jahrfeier beging, und auf seine Bewohner, die für das Jubiläum so manches in Erinnerung brachten.

Geschichten der Brücker Ortschronistin Karin Hanusch

Als im Anschluss an die amtlichen Worte Karin Hanusch, Buchautorin und Ortschronistin aus Brück, ihre Geschichten vorlas, sah man sie ziehen, die Kolonisten, die sich 1754 von Friedrich II. ins gelobte Land locken ließen. Ihre ganze Habe auf Handwagen, vielleicht einem geliehenen Gespann, machten sie sich mit ihren Familien auf den Weg – aus Sachsen, dem Fürstentum Anhalt-Zerbst, aus Böhmen, Schlesien, Mecklenburg und Polen, um in preußischen Landen eine neue bessere Heimat zu finden.

Was hatte man ihnen nicht alles versprochen, bevor sie sich auf die lange mühsame Reise machten, für kaum einen gab es ein Zurück. Glaubensfreiheit, Befreiung von Kriegsdiensten und Steuern, Haus, Garten, Vieh. Wie enttäuschend für viele die Ankunft. Die kleinen Fachwerkdoppelhäuser mit Strohdach aufs einfachste errichtet, ohne Fundamente, ohne massive Decken, oft nicht einmal fertiggestellt. Von den ohnehin begrenzten königlichen Mitteln für den Bau der Häuser hatten beauftragte  Beamte  Mittel und Wege zur Einsparung gefunden. Angelegt wurden die Kolonistendörfer auf kaum genutztem Ödland, oft inmitten oder am Rande von Sümpfen. Entsprechend mühsam, hier eine Landwirtschaft aufzubauen. Dazu Feindlichkeiten aller Art von den Ansässigen, denen man das Weideland, wenn auch schlechtes, einfach entzogen hatte.

Ortsrundgang mit viel Geschichte – Autorin Bärbel Krämer

Recht anschaulich beschreibt ein Brief die Lage der Neuansiedler in Freienthal noch 10 Jahre nach ihrer Ankunft,  den Oberamtmann Steinert aus Lehnin an den König gerichtet am 4. August des Jahres 1764 aufsetzte

 „Wenn in einem wohl eingerichteten Gemeinwesen neue Familien und Gesellschaften angesetzt werden, welche mit vereinigten Kräften ihr Brot verdienen, ihre Glückseligkeit befördern und zum Besten und der Wohlfahrt des Landes nach allen Möglichkeiten auch was Nützliches beitragen sollen, so ist auch ein Bethaus nötig. Weder Schulanstalt noch Kirche sind vorhanden. In diesem jämmerlichen und beklagenswerten Zustande haben nun die 50 Familien 10 Jahre zugebracht … Gegenwärtig nun wird der Gottesdienst im Krug in der ordinären Bierstube gehalten, worinnen vorher oder hinterher getrunken, geraucht und auch wohl getanzt wurde. Wenn das Heilige Abendmahl gereicht wird, so haben die Communikanten nicht Platz in der Stube und auf dem Flur, sondern müssen auf der Straße stehen.“

Weiter schreibt Frau Kraemer:

“ Ganze 20 Jahre später – 1784 – wurde dann endlich das kleine Freienthaler Bethaus erbaut. Zu diesem Zeitpunkt noch ohne Turm, glich es äußerlich der vorhandenen Wohnbebauung. Im Jahre 1792 ließ die Gemeinde dann auf eigenen Kosten den kleinen Turm errichten. Um 1800 entstand als Anbau die Dorfschule. Beide Gebäude wurden erst um 1900 massiv ausgebaut.“

(Quelle: Bärbel Kraemer: Freienthaler Baustelle: Ein Beethaus mit einer ganz besonderen Geschichte auf MOZ.de v. 23. September 2019):

Beim am Nachmittag vom Ortsvorsteher Kabelitz geführten Ortsrundgang unter alten Bäumen zum Bethaus konnte man das bis heute sehr gesellige Freienthal erleben und bei herrlichstem Spätsommerwetter genießen.

Buchempfehlung: Die Försterdynastie Grußdorf

in ihrem Wirken für die nachhaltige Gestaltung der Heimat – ein Beitrag zur Regionalgeschichte in Brandenburg, von Gerd Palwitz & Markus Vette

Die Försterdynastie Grußdorf

Im Buch werden drei Generationen der Förster Grußdorf vorgestellt, Karl Grußdorf (Vater und Sohn) und Paul Grußdorf (Enkel). Die Orte des Geschehens sind Boberow bei Rheinsberg und Frohnsdorf bei Treuenbrietzen. Archivquellen des BLHA werden mit den Aufzeichnungen eines Gästebuches sowie einer eigenen Lebensbeschreibung des Enkels Paul Grußdorf im Buch zusammengeführt. So ergibt sich ein kultur- und sozialgeschichtliches Bild über den Zeitraum eines reichlichen Jahrhunderts für die Regionalentwicklung in Brandenburg. Herr Gerd Palwitz bietet aus seinen jahrelang geführten Recherchen zu den Förstern Grußdorf einen schönen Ausschnitt an.

Cover des Buches: Die Försterdynastie Grußdorf

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:

Link zu diesem Datensatz: http://d-nb.info/1217281967 [http://d-nb.info/1217281967]
Titel: Die Försterdynastie Grußdorf
Verlag: Werder : Eugenia Verlag
Zeitliche Einordnung: Erscheinungsdatum: 2020
ISBN/Einband/Preis: 978-3-938853-38-2 Festeinband
Sprache(n): Deutsch (ger)
Weiterführende Informationen: Inhaltsverzeichnis [http://d-nb.info/1217281967/04]

Buchempfehlung: Militärgeschichte Jüterbog 1792 – 2014 in 4 Bänden

JAMMERBOCK IV

Sowjetarmee, deutsche Streitkräfte und Konversion (1945 – 2014)

Autor: Henrik Schulze

Cover des Buches JAMMERBOCK IV von Henrik Schulze
Foto: Henrik Schulze

Zu beziehen über das Antiquariat Jüterbook

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:

Link zu diesem Datensatz: http://d-nb.info/1175989223 [http://d-nb.info/1175989223]
Titel: Schulze, Henrik: Jammerbock; Teil: 4, Sowjetarmee, deutsche Streitkräfte und Konversion
Verlag: Hoppegarten bei Berlin, OT Hönow : Verlag Dr. Erwin Meißler
Zeitliche Einordnung: Erscheinungsdatum: 2018
Umfang/Format: 672 Seiten : Illustrationen ; 25 cm
ISBN/Einband/Preis: Festeinband : EUR 40.00
Sprache(n): Deutsch (ger)
Weiterführende Informationen: Inhaltsverzeichnis [http://d-nb.info/1175989223/04]

187. Treffen der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark e.V. in Reetz im Fläming

Die Treffen der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark finden jedes Mal an einem anderen Ort statt. So erfahren die Mitglieder Interessantes und Wissenswertes aus den verschiedenen Dörfern und Städten des Landkreises. Jetzt hatten sie sich Reetz im Fläming als Treffpunkt auserkoren.

Dazu bot der Sensthof in Reetz ideale Möglichkeiten. Der große Vierseithof wurde 1906 erbaut. In dem Ökozentrum finden Vorträge und Veranstaltungen zum Thema Ökologische Landwirtschaft statt, und Schulklassen aus Berlin machen dort ein ökologisches Praktikum. Auch für Veranstaltungen steht der Hof offen. Die Chronisten ließen sich von Dieter Wankmüller das Land zeigen. OELALA ist der gegründete Verein für ökologischen Landbau, der sich um ökologische Bildung, Acker und Wiesen kümmert.

Dann stellte Historiker John Shreve sein geplantes Buch vor, in dem dieser sich mit dem Nationalsozialismus in Zauch-Belzig beschäftigt. Viele Recherchen in den Archiven waren dafür nötig, gleichzeitig viele Gespräche mit Zeitzeugen und Nachkommen. Berichte aus den damaligen Lokalzeitungen waren für seine Arbeit die Grundlage. Es kamen überraschende Tatsachen über die Nazizeit ans Licht. So war die Reetzer Schule das erste öffentliche Gebäude im Kreis, auf dem die Hakenkreuzfahne gehisst wurde.

Die anschließende Diskussion der Chronisten warf vor allem eine Frage auf: Hätte man das alles verhindern können? Dabei begaben sich die Chronisten auf die Suche nach Ursachen, warum es überhaupt so weit kommen konnte, und fanden diese ihrer Meinung nach schon im deutschen Kaiserreich. „Heinrich Manns Buch „Der Untertan“, beschreibt die damalige Situation sehr gut“, so die Stellvertretende Vereinsvorsitzende der Chronistenvereinigung Gabriele Eissenberger. Sie sieht den Untertanengeist der Bevölkerung als eine der Mitursachen, dass ein Großteil der Bevölkerung Hitler so bedingungslos folgte.

Der Nachmittag gehörte dann ganz Reetz. Die Vorsitzende des Dorfvereins Eva Loth führte die Chronisten zum ehemaligen Schloss Mahlsdorf. Wer das Gebäude nicht kannte, war erst einmal schockiert, denn mit einem Schloss hat es überhaupt nichts mehr zu tun. Derzeit im Privatbesitz verfällt das ehemalige Kinderheim, zu dem das Schloss gleich nach dem Krieg umgebaut und genutzt wurde, immer mehr, der einst schöne Gutspark ist völlig verwildert. Lediglich die alten Platanen zeugen noch von seiner ehemaligen Schönheit. Im nächsten Heimatkalender 2021 der Chronistenvereinigung wird es einen Beitrag zur Geschichte des Gutshauses geben, welches für die Reetzer immer nur Schloss Mahlsdorf war.

Zuletzt besuchten die Chronisten die Heimatstube. Derzeit befindet sich dort eine Ausstellung über den früheren Reetzer Schulalltag. Die Ausstellung kann nach Vorabsprache mit dem Dorfverein besichtigt werden.

186. Treffen der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark e.V. in Wittbrietzen

Termin: 19. Februar 2020

Bericht von dem Treffen

Über dreißig Chronisten verfolgten interessiert die Ausführungen von Siegfried Günter zum Thema Funkstadt Beelitz. Hier wurden bis nach der Wende internationale Funksprüche aufgezeichnet und Telefonverbindungen ins Ausland erst ermöglicht. Der Referent berichtete sehr lebendig aus seiner langjährigen Arbeitstätigkeit. 

Nach dem Grußwort der Ortsvorsteherin Simone Spahn hielt der Vorsitzende des Heimatvereins Kleinmachnow Dr. Axel Mueller eine Laudatio auf den langjährig in der Chronistenvereinigung engagierten Günter Käbelmann

Detlef Fechner zeigte und erläuterte dann das im Kreisheimatkalender beschriebene Protokollbuch der Müllerinnung. Im Anschluss stellte er die Drogen-Therapieeinrichtung Kompass aus Elsholz vor.

185. Treffen der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark e.V. in Brück

Termin: 07. Dezember 2019

Bericht von dem Treffen

Im AWO-Gebäude tauschten sich  Chronisten über die digitale Welt aus: „Was ich immer schon mal fragen wollte“, so Speichern in der Cloud – was es ist, was es kann und was es nutzt, BrandenburgDok – Erfahrungen und Umgang mit dem Digitalen Repositorium der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, Die Home-Page der Chronistenvereinigung – eine Diskussion zum Stand und Ausblick.

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