Jürgen Willmer – Zauchwitzer Ortschronist verstorben

Foto von Jürgen Willmer

Foto: Günther Käbelmann

Jürgen Willmer war seit 1999 Mitglied unseres Vereins. Viele Jahre war er als Vorstandsmitglied einer der aktivsten in der Chronistenvereinigung. Als er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Schriftführer niederlegte war es ein Einschnitt in die Arbeit des Vereinsvorstandes, der bis heute nicht ausgeglichen werden konnte. Er war Ehrenmitglied in unserem Verein. Für das Dorf Zauchwitz schrieb er die Ortschronik, die zukünftig an ihn erinnern wird. Jürgen Willmer ist nach langer Krankheit verstorben.
Jaromir Schneider (Vorsitzender)

Jürgen Willmer hat das Werden seiner Wahlheimat über Jahrzehnte aufgearbeitet

Ein Beitrag von Thomas Lähns – Pressesprecher Stadt Beelitz

Seiner Wahlheimat hat er ein 600 Seiten starkes Denkmal gesetzt: Vor 16 Jahren hatte Jürgen Willmer nach jahrzehntelangen Recherchen und Interviews die Chronik „Unser Dorf Zauchwitz“ herausgegeben – ein spannender Spiegel des langen Werdens dieses heutigen Beelitzer Ortsteils. Im Juni ist Jürgen Willmer nach langer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstorben. Die Beisetzung erfolgte auf dem Friedhof in Zauchwitz.
„Durch seine lange Krankheit und den Umzug in eine Pflegeeinrichtung konnten wir nie richtig Abschied von ihm nehmen“, bedauert die Zauchwitzer Ortsvorsteherin Ellen Wisniewski. Sie hat Willmer schon zu DDR-Zeiten kennen– und schätzen gelernt. Hier arbeitete er als Saatbauberater und später als Ingenieur im Landtechnischen Anlagenbau (LTA) und engagierte sich in der Gemeindevertretung. „Er war ein sehr ruhiger Mensch, der nie viel redete“, erinnert sich Frau Wisniewski. „Aber was er sagte, hatte immer Hand und Fuß.“ Jürgen Willmer wurde in Mecklenburg-Vorpommern geboren, wuchs auf der Insel Rügen auf und kam durch seine spätere Frau in die Region. „Dass er Zauchwitz als letzte Ruhestätte gewählt hat, ist uns ein Trost, denn hier können wir das Andenken an ihn bewahren.“
Als Ortschronist hat sich Jürgen Willmer auch über Zauchwitz hinaus engagiert. In der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark, in der er 16 Jahre lang Mitglied war – sechseinhalb als Schriftführer – unterstützte er auch andere bei ihrer Arbeit. Ein persönliches Anliegen war ihm die Aufarbeitung der letzten Kriegstage 1945. Zeitzeugenberichte, die er sammelte, bildeten den Grundstock auch für andere Veröffentlichungen. „Er war ein hilfsbereiter Mensch, zuvorkommend und sehr genau bei seiner Arbeit“, würdigt der Wittbrietzener Heimathistoriker Günther Käbelmann seinen Kollegen.